Freitag, 14. Oktober 2016

Kinder

Was gehört, neben Büchern, unbedingt in eine Bibliothek?

Richtig – Kinder.

Kinder sind unsere Zukunft. Ihre Bildung ist extrem wichtig.
Und das fängt schon im Kindergarten an.
Fast wöchentlich (manchmal täglich) haben wir ganze Kindergartengruppen hier, die unsere Angebote gerne wahrnehmen. Es gibt Bilderbuchkinos, Bibliotheksführungen, Bastelnachmittage und und und.
Wir scheuen keine Mühen, schon den ganz Kleinen Bilderbücher und die Bibliothek als solche näher zu bringen.
Das ist im Grunde sehr schön und auch sehr wichtig. Bücher helfen bei der intellektuellen Entwicklung und können unter anderem auch die Eltern-Kind-Beziehung stärken, wenn man seinem Kind regelmäßig vorliest und Geschichten gemeinsam ergründet.

Jetzt sind Kinder, ihr werdet es ahnen, nicht immer klein und lieb und süß.
Tatsächlich fällt auf, dass sich Kindergärtner*innen und Lehrer*innen heutzutage unglaublich schwer tun, mit den Kindern.
Die haben schon vor uns keinen Respekt – wozu dann vor Lehrern?
Oder Eltern?
Könnte mir im Grunde egal sein – aber in meinem Beruf ist es das leider nicht.
Ich frage mich auch, wann genau der Grundsatz „in einer Bibliothek hat man leise zu sein“ verloren gegangen ist? Kommt sowas in Cartoons nicht mehr vor? Bringen Eltern sowas nicht bei? Oder sind Kinder heutzutage kleine Ignoranten, denen eh alles egal ist?

(Notiz am Rande: ich habe letztens noch den neuen Peanuts-Film auf DVD gesehen! Da musste man in einer Bibliothek auch leise sein! WO SIND EURE ARGUMENTE JETZT, IHR LAUTEN KINDER?!?!?!)

Also halten wir fest: Kinder sind nicht leise in der Bibliothek. Versuchen es noch nicht einmal. Und von den ganzen Kleinen kann man es natürlich auch nicht erwarten…
Aber von den älteren schon. Von denen, ab 9, bis hin zu den bärtigsten Teenagern.
*seufz*
(im Übrigen benehmen auch Erwachsene sich daneben... Wer wundert sich dann über die Kinder?)
Was rege ich mich eigentlich schon wieder auf? So entwickelt sich die Gesellschaft nun mal. Irgendwie greift die Anarchie durch… Jeder macht, was er will, Gesetze sind „uncool“ und mal eben was klauen macht viel mehr Spaß, als täglich 8 Stunden zu arbeiten…
Aber ich schweife ab (mal wieder…)!

Es ist ein zäher Kampf, versucht man den Kleinen etwas zu erklären oder einfach zu erzählen. Es breitet sich in den Gruppen immer eine so schreckliche Unruhe aus, dass vermutlich JEDER Mitarbeiter danach erst einmal Urlaub gebrauchen könnte…
Fatal ist es, wenn man nur den Namen einer Schule hört und ganz genau weiß:
Oha. Das wird heftig…“
Merken die Schulen das nicht selbst? Sieht man sowas nicht an den Anmeldezahlen? Oder an den, mit Kräutertees und Drogen vollgepumpten, Lehrern?
Schließlich ist nicht jeder einem Kevin, Mustafa oder einer Chantal gewachsen… Die haben teilweise schlimmere Beleidigungen drauf als Teenies!
Was ich mit diesem Blogeintrag einfach nur zeigen wollte ist, dass man als Angestelle*r in der Bibliothek sowohl Erzieher, als auch Pädagoge, Türsteher und Therapeut sein muss…
All das – weil wir eine öffentliche Einrichtung sind und wirklich JEDEN anlocken.

Würde mich jemand fragen, was für Kunden ich am liebsten hab, würde ich sagen:
Die, die nicht negativ auffallen.
Oder ÜBERHAUPT nicht auffallen…

Bis dahin:

schockt die Massen – Lest ein Buch!

Eure Sherry