Freitag, 5. Mai 2017

Frustration

Kennt ihr das?
Eigentlich geht es euch ganz gut, alles läuft wie es sollte – klar könnten so manche Dinge IMMER besser laufen, aber im Prinzip ist alles cool.

Und dann: es braucht nur einer was Falsches zu sagen, ein seltsames Emoji zu verschicken, euch schief anzugucken und da ist diese Wut… Dieser Frust… Dieses Verlangen danach, alle Wände des Gewohnten einzubrechen und laut zu wüten und zu schreien und zu toben…
Und dann erkennt man, dass man zu klein ist. Zu klein, zu allein, um etwas zu bewegen.
Um etwas zu ändern, in diesem riesigen rostigen Rad „Arbeit“. Diesem Rosthaufen, der quietscht, der fast auseinander fällt, weil die ganzen Kleinteile alt sind. Keine Kraft mehr haben.
Vielleicht zerfällt alles schon mit dem nächsten Regen?
Vielleicht gibt der nächste Winter dem Rad den Rest?
Und man wütet. Und dann wird man wieder leise. Und wartet.
Und fragt sich: wie lange noch?

Nun. Das frage ich mich in letzter Zeit auch oft.
Die Stimmung an einem Arbeitsplatz kann manchmal so dick sein, dass man sie locker mit einem Schwert durchtrennen könnte… Aber es tut sich nichts.
Die Leute strahlen Frust und Enttäuschung und Wut und Müdigkeit aus, die peu a peu auf alle Kollegen überschwappt und… was entwickelt sich daraus?

Viele kommen tagtäglich und haben definitiv „keinen Bock“ mehr.
Sie sitzen ihre Zeit ab, sind zu alt um nach Größerem zu streben, zu gelangweilt um ÜBERHAUPT was zu tun…
Der Schreibtisch voller Arbeit und trotz allem Langweile?
Naja, liebe Kinder, das ist Frustration. Vielleicht sogar Resignation.
Und von keiner Stelle kommt Erlösung. Keine Hilfe.
Dabei wären tröstende und aufbauende Worte jetzt wichtig.

Kein „ihr schafft das schon. Auch wenn ihr alle auf dem Zahnfleisch geht“, sondern ein „Hm. Ich möchte euch nicht verlieren. Ich brauche euch gesund. Was kann ich tun, um euch zu helfen?“
Aber… ist sowas nur Utopie?
Ist die Wirtschaft so kalt und berechnend, dass der Einzelne nicht zählt?
Und wenn der Einzelne vergiftet ist und den Rest ansteckt… ist das nicht viel schlimmer, als wenn man mal zurück steckt??
Ich war nie ein Freund der Wirtschaft.
Ich bin zu empathisch für sowas…

Und deswegen mach ich mir, ins Blaue hinein, einfach nur mal meine Gedanken…
Wer weiß, was noch kommt?
Wer weiß, was passiert?
Und wer weiß, wann allen (oder den besonders Wichtigen) hier der Kragen ENDLICH PLATZT und wir was verändern können?

Ich halte euch auf dem Laufenden.

Bis dahin
Schockt die Massen – lest ein Buch



Eure Sherry