Dass
wir manchmal unfreundliche Leser haben, wisst ihr bereits.
(Manchmal
frage ich mich… habe ich jemals einen Post mit „DIESMAL WAR ALLES
TOLL!“ angefangen???)
Die
sind frech, störend, stinkend und vieles mehr…
Und
letztens hatte ich ein wirklich SEHR NETTES Exemplar bei uns sitzen…
Diese
ganze Situation mit ihm war eine unerfreuliche für mich.
Ich
hatte ganz alleine die Ausleihe und musste mir somit einsam die Beine
in den Bauch stehen… Und dann nervt der herum…
Aber
alles nach der Reihe:
Im
Prinzip bin ich echt gerne alleine in der Ausleihe (wenn nicht gerade
ultraviel los ist) und auch heute wollte ich die einsame Zeit
genießen…
Aber
kurz nachdem ich meine Schicht begonnen hatte, hörte ich ein Handy
klingeln.
Mit
wütendem Blick sah ich mich um und suchte nach einem fremden
Hinterkopf, der von der Regel, dass bei uns nicht telefoniert werden
darf, wahrscheinlich noch nichts wusste.
Doch
mein Blick fiel auf einen Stammkunden. Einen älteren, großen
Herren, der mir bisher nie negativ aufgefallen war.
Er
ging an sein Handy und SCHRIE schon fast hinein.
Also
ganz ehrlich: normalweise senkt man die Stimme wenigstens und spricht
leise…
VOR
ALLEM als Stammleser… Nicht so der Telefonierer!
Ich
sagte mit erhobener Stimme: „Würden Sie hier bitte nicht
telefonieren?“
Keine
Reaktion. Der Mann plapperte LAUT weiter in sein Handy.
Ich
stieß ein genervtes „Boah!“ aus und macht mich auf dem Weg zu
ihm.
„Hallo?“,
sagte ich, schräg hinter ihm stehend.
Keine
Reaktion.
„HALLO!?“,
schrie ich jetzt fast und stand praktisch nur 3 Meter von ihm
entfernt.
Der
Mann plapperte weiter und würdigte mich nicht eines Blickes.
Ich
starrte ihn entgeistert an.
Am
liebsten hätte ich ihm das Handy weggerissen, mir zur Theke genommen
und gesagt, er könne es sich abholen, wenn er das Gebäude verlässt…
Aber
leider funktioniert sowas nur bei Schülern. Oder im Kindergarten.
-.-*
Da
erhob sich ein Stammleser, der in der Nähe saß und sagte
beschwichtigend zu mir „Er hört sie wohl einfach nicht…“ –
der nette Mann dachte wohl, der Telefonierer sei schwerhörig…
Ich
stand immer noch an Ort und Stelle und starrte mittlerweile
ungläubig.
Der
Telefonierer legte auf.
Der
nette Mann wandte sich lächelnd an ihn und sagte: „Sehen Sie den
Aufkleber da? Sie dürfen hier leider nicht telefonieren…“
Der
Telefonierer-Arsch antwortet darauf, ohne den netten Mann auch nur
anzusehen:
„Ich
weiß.“ und vertiefte sich weiter in seine Zeitung.
Mir
klappte die Kinnlade herunter. Und auch dem netten Mann entglitten
die Gesichtszüge etwas.
Nach
einigen Millisekunden erlangte ich meine Fassung wieder, macht auf
dem Absatz kehrt und schwor mir, nie wieder nett zu dem Arsch zu
sein.
WIE
FRECH KANN MAN SEIN!?!?!?!?!
UN-GLAUB-LICH!
Auf
dem Weg zur Theke kam mir eine Kollegin aus einer anderen Etage
entgegen, die die Situation anscheinend mit angesehen hatte.
Sie
schaute nur traurig und sagte: „Das macht der bei uns ständig.
Juckt den nicht im Geringsten, dass man hier nicht telefonieren
darf.“
Mir
fehlten die Worte.
Vor
allem fühlte ich mich tatsächlich betrogen!
Wenn
jetzt schon die sonst unauffälligen anfangen, scheiße zu werden…
Wohin führt das noch!?
So
langsam erhole ich mich von dem Schock…
Aber
wie gesagt, nett bin ich zu dem nicht mehr.
Dafür
ist mein Gedächtnis zu gut.
Der
wird sich noch mal umschauen, wenn der in ne Zeitschrift gucken will,
oder sonstigen Service erwartet…
Penner,
ey.
So.
Jetzt trinke ich nen Pfefferminztee und versuche, wieder ruhig zu
werden.
Bis
dahin
Schockt
die Massen – lest ein Buch
Eure
Sherry