Wenn
die Temperaturen draußen steigen, die Kleidung leichter wird und die
Sonne uns mit Bräune versorgt, da weiß man: es ist Sommer.
Aber
„Sommer“ steht nicht nur für Urlaub, Strand, Meer, Eiscreme und
Schwimmbad.
Urlaub
steht auch für schwitzende, stinkende Menschen; und wer den ÖPNV
nutzt, weiß ganz genau, wovon ich da rede…
Ganz
ehrlich: riechen die Leute das nicht? Oder sind sie bereits so
abgestumpft, dass es ihnen egal ist, was für einen abscheulichen
Gestank nach altem Schweiß sie absondern?
(Ja,
ALTER Schweiß. Wer ein bisschen schwitzt, weil’s gerade heiß ist,
stinkt nicht so bestialisch. Nur Leute, die sich seit einigen Tagen
nicht gewaschen haben, versprühen das fast tödliche Aroma…)
Und
wie könnte es anders sein? Nicht nur im ÖPNV stinken die Stinker.
Sie
kommen auch in die Bibliothek.
Da
zieht so mancher Gestank einem die Schuhe aus…
Ich
meine, wenn ich kurz nach 10 Uhr (also kurz nach Öffnung) durch die
Bibliothek gehe und es hie und da schon extrem nach Schweiß riecht…
Welcher Gott lässt sowas zu?!
Dann
ist es noch so, dass unser Gebäude nicht perfekt belüftet ist –
es ist also immer irgendwie schlechte Luft da drin (und bei Hitze
helfen auch geöffnete Fenster nicht viel… Been there, done that…)…
und dann auch noch diese „Aromen“…
Offiziell
heißt es ja, dass wir, als Bibliothekspersonal, Leute durchaus des
Hauses verweisen dürfen. Das gilt zum Beispiel für Alkoholiker, die
dermaßen nach Schnaps oder Schlimmerem stinken, dass es eine
Zumutung ist, sich im selben Raum mit ihnen zu befinden. Oder auch
generell den ein oder anderen, der anscheinend keinen Sinn in der
Nutzung einer Dusche sieht oder schlichtweg keine Wasserleitung in
seinem Hause besitzt – Ich weiß ja auch nicht, wie man sich so
gehen lassen kann…
Klar,
offiziell dürfen wir die Leute rausschmeißen…
Aber
in der Praxis? Wie macht man sowas denn?
„Entschuldigung,
Sie stinken. Ich bitte Sie, unsere Bibliothek zu verlassen.“
oder:
„Es
tut mir leid, aber Sie riechen sehr unangenehm. Unsere Leser und
unser Personal beschweren sich… Bitte gehen Sie…“
Das
klingt jetzt beides nicht so episch.
Und
zwar deswegen, weil es verdammt schwer ist, jemandem so etwas
mitzuteilen.
Und
selbst wenn es der ekligste Penner ist… Man möchte tatsächlich
niemanden kränken… Auch, wenn es der Wahrheit entspricht.
Ich
für meinen Teil hoffe einfach darauf, dass diese Leute ganz schnell
wieder verschwinden… Oft tun sie das auch. Einen richtig
hartnäckigen Fall habe ich also zum Glück noch nicht erlebt. Und
wenn einer unangenehm auffiel, hab ich das Problem weiter geleitet…
Mit
z.B. Betrunkenen lege ich mich sowieso nicht gerne an. Wer weiß, wie
die reagieren?
Nachher
sind die noch aggressiv…
Muss
ja alles nicht sein, wenn man’s vermeiden kann.
Wie
ihr seht: auch wir in der Bibliothek leiden unter dem Gestank des
Sommers.
Bzw.
der Menschen, die nicht wissen, dass man im Sommer besonders gut
riechen sollte, die Natur erledigt den Rest schließlich von allein.
Bis
dahin!
Schockt
die Massen – lest ein Buch!
Eure
Sherry