Samstag, 16. Juli 2016

Sommer in der Bibliothek (und nicht nur)

Wenn die Temperaturen draußen steigen, die Kleidung leichter wird und die Sonne uns mit Bräune versorgt, da weiß man: es ist Sommer.

Aber „Sommer“ steht nicht nur für Urlaub, Strand, Meer, Eiscreme und Schwimmbad.
Urlaub steht auch für schwitzende, stinkende Menschen; und wer den ÖPNV nutzt, weiß ganz genau, wovon ich da rede…
Ganz ehrlich: riechen die Leute das nicht? Oder sind sie bereits so abgestumpft, dass es ihnen egal ist, was für einen abscheulichen Gestank nach altem Schweiß sie absondern?
(Ja, ALTER Schweiß. Wer ein bisschen schwitzt, weil’s gerade heiß ist, stinkt nicht so bestialisch. Nur Leute, die sich seit einigen Tagen nicht gewaschen haben, versprühen das fast tödliche Aroma…)

Und wie könnte es anders sein? Nicht nur im ÖPNV stinken die Stinker.
Sie kommen auch in die Bibliothek.
Da zieht so mancher Gestank einem die Schuhe aus…
Ich meine, wenn ich kurz nach 10 Uhr (also kurz nach Öffnung) durch die Bibliothek gehe und es hie und da schon extrem nach Schweiß riecht… Welcher Gott lässt sowas zu?!
Dann ist es noch so, dass unser Gebäude nicht perfekt belüftet ist – es ist also immer irgendwie schlechte Luft da drin (und bei Hitze helfen auch geöffnete Fenster nicht viel… Been there, done that…)… und dann auch noch diese „Aromen“…

Offiziell heißt es ja, dass wir, als Bibliothekspersonal, Leute durchaus des Hauses verweisen dürfen. Das gilt zum Beispiel für Alkoholiker, die dermaßen nach Schnaps oder Schlimmerem stinken, dass es eine Zumutung ist, sich im selben Raum mit ihnen zu befinden. Oder auch generell den ein oder anderen, der anscheinend keinen Sinn in der Nutzung einer Dusche sieht oder schlichtweg keine Wasserleitung in seinem Hause besitzt – Ich weiß ja auch nicht, wie man sich so gehen lassen kann…
Klar, offiziell dürfen wir die Leute rausschmeißen…
Aber in der Praxis? Wie macht man sowas denn?
Entschuldigung, Sie stinken. Ich bitte Sie, unsere Bibliothek zu verlassen.“
oder:
Es tut mir leid, aber Sie riechen sehr unangenehm. Unsere Leser und unser Personal beschweren sich… Bitte gehen Sie…“
Das klingt jetzt beides nicht so episch.
Und zwar deswegen, weil es verdammt schwer ist, jemandem so etwas mitzuteilen.
Und selbst wenn es der ekligste Penner ist… Man möchte tatsächlich niemanden kränken… Auch, wenn es der Wahrheit entspricht.

Ich für meinen Teil hoffe einfach darauf, dass diese Leute ganz schnell wieder verschwinden… Oft tun sie das auch. Einen richtig hartnäckigen Fall habe ich also zum Glück noch nicht erlebt. Und wenn einer unangenehm auffiel, hab ich das Problem weiter geleitet…
Mit z.B. Betrunkenen lege ich mich sowieso nicht gerne an. Wer weiß, wie die reagieren?
Nachher sind die noch aggressiv…
Muss ja alles nicht sein, wenn man’s vermeiden kann.

Wie ihr seht: auch wir in der Bibliothek leiden unter dem Gestank des Sommers.
Bzw. der Menschen, die nicht wissen, dass man im Sommer besonders gut riechen sollte, die Natur erledigt den Rest schließlich von allein.

Bis dahin!

Schockt die Massen – lest ein Buch!


Eure Sherry